CampusGrün Hamburg

Aktuelles

Ergebnisse der StuPa- und AS- Wahlen zur Legislaturperiode 2020/2021

21. Januar 2020


Die Klimabewegung dominiert den Ausgang der StuPa-Wahlen: CampusGrün bleibt stärkste Liste, verliert aber hauchdünn den 8. Sitz. Die Studi-AG von FridaysForFuture, die erstmals als Liste angetreten ist, kommt auf 5 Sitze. Die AStA-Koalition (Jusos, Schöne Zeiten, AL, „Grüne Freunde“, LISTE, MIN-Liste, WiWi-Liste, LigA, „CampusLinke“, Unicorns), die in der letzten Legislaturperiode Neuwahlen gemeinsam mit der Präsidiumsmehrheits-Koalition verhindert hat und deshalb noch aus 2018/2019 geschäftsführend im Amt ist, verliert 8 Sitze (jetzt 14). Das linkssozialdemokratische Bündnis BAE und die Fachschaftsliste der Medizin, die wie CampusGrün in den letzten beiden Jahren Teil der StuPa-Opposition waren, verbessern sich leicht auf 6 Sitze (vorher 5) beziehungsweise 5 (vorher 4). Das vom RCDS dominierte rechte Bündnis (RCDS, Jura-Liste, LISTE, Mensa) verliert einen Sitz (jetzt 6). Die sonstigen neu im StuPa vertretenen Listen sind ideologisch und organisatorisch den Unicorns (HSV & „Erzwiss./Psych.“, 2 Sitze) bzw. dem RCDS-Block zuzuordnen (LHG, 2 Sitze).

Im Akademischen Senat erreicht CampusGrün 2 Sitze (+1) mit 1908 Stimmen (+468) und eine Liste der AStA-Koalition („Linke Liste“) 1 Sitz (+/-0) mit 880 Stimmen (+/-0). Das BAE kommt auf 791 Stimmen (+177), der Einzelbewerber Yichi Zhang auf 216. Das rechte Bündnis ist nicht angetreten (vorher 1 Sitz und 1356 Stimmen).

CampusGrüner Anspruch in den Gremien der Verfassten Studierendenschaft ist, den Aufbau solidarischer Beziehungen in politischer Praxis zu unterstützen, radikaldemokratische Formen der Selbstorganisation in sozialer Bewegung zu ermöglichen und ökofeministische Kritik an den gesellschaftlichen, insbesondere universitären Verhältnissen zu üben. Aus der falschen Politik der vorangegangenen ASten lassen sich dabei Ableitungen treffen, was sinnvolle Maßstäbe für eine progressive Hochschulpolitik sein müssen: Wir selbst haben vor 3 Jahren vernachlässigt, organischer Teil sozialer Bewegung zu sein. Der Nachfolge-AStA besteht aus einem Mitte-Links-Sammelsurium aus konservativen Sozialdemokrat*innen, liberalen „Europäer*innen“, Linke-Szene-Bubble-Selbstbeschäftigung, staatstragender Konfliktvermeidung und reformistischem Fachschaftspatriotismus. Er ist sich in nichts einig außer der „Analyse“, dass das BAE (und je nach Narrativ CampusGrün) die Wurzel allen Übels ist, und das der AStA ein nützliches Instrument ist für die eigene Finanzierung/Karriere/Wichtigtuerei/tatsächliche Politik oder eine Kombination aus mehreren. Durch das linke Label und verschiedene progressive Ansätze hat dieser AStA aber gezeigt, dass das Bedürfnis für eine Hochschulpolitik, die sich mit gesellschaftlichen Kämpfen verbindet und gemeinsam für die materiellen Interessen aller Menschen streitet, in der Gesellschaft vorhanden ist. Aufgabe des AStA wäre es gewesen, diesen Menschen innerhalb der Hochschule eine Plattform radikaldemokratischer Verständigung zu bieten und auch die kleinsten Kämpfe mit der gesellschaftlichen Utopie in Verbindung zu bringen und dabei gemeinsam Gegenmacht aufzubauen, mit der diese Kämpfe auch gewonnen werden können.

Die Aufgabe für die politische (Gremien)arbeit, denen CampusGrün sich stellen möchte, ist damit klar definiert: Die Klimabewegung muss in die Uni getragen (v.a. FFF, Klima-Uni), gewerkschaftliche Selbstorganisierungen an der Hochschule unterstützt (z.B. TV Stud), rechte Ideologien in der Bildung bekämpft (z.B. Lucke) und die Bedingungen für kritische Wissenschaft verbessert werden. (z.B. Kampf für den Erhalt des Zentrums Genderwissen)

Wir laden alle Mitstreiter*innen inner- und außerhalb der Hochschulpolitik ein, diese und weitere Kämpfe mit uns gemeinsam zu führen!

Election of the Academical Senate - Call for Vote: CampusGrün (List 3)

18. Dezember 2019

The postal vote of the Academic Senate (AS) takes place until January 20, 2020 (the letters must arrive at the election office in Mittelweg 177 by 2 p.m.). As CampusGrün, we run as List 3 in order to stand up as student representatives in this highest elected committee for a university that takes up its responsibility, which among other things means expanding international solidarity (e.g. through cooperation with partner universities) and developing foundations for a socio-ecological and radical-democratic transformation of society.

This is easier said than done: the current structure of the Academic Senate is not the one of a democratic committee. The Federal Constitutional Court created the ”majority of professors” (Professorenmehrheit) in 1973 in response to the student movement's efforts to implement democratic universities. This means that all self-governing bodies of this university in which the subject is research and teaching is dominated by the professors. Due to the absolute majority of the professors, decisions in the Academic Senate are determined less by argumentative discussions than by the loyal behavior of the profs among themselves. Professorships are therefore a structural problem. We believe that science is not primarily done by chair holders, but by the precarious middle class, exploited doctoral students, student employees (assistants are referred to as "material resources") and unpaid master and bachelor students. Accordingly, we want to change the structure of this university from below with you!

Let's face it: We won't achieve this change solely through proposals in the academic senate. It takes pressure from an organized, diverse student movement. We are active in a wide variety of progressive groups and alliances - for example in the Klimauni von Unten (“climate university from below”), in city-wide climate alliances, the AG Kritische Wissenschaftsgeschichte (critique of science in context), in the campaign International solidarisch – Schluss mit Austerität (anti-austerity-movement) and in cross-status, queer-feminist alliances. We also want to represent these movements in the AS by introducing our demands there.

In order to change the AS, we want to show already today that committee work does not have to be understood as a negotiation of different individual interests. We want to continue to work cooperatively with all political forces there who want to develop the university in solidarity for a more humane arrangement of the world. In this way, small successes can already be implemented in the AS, such as the fact that the AS opposes the underfunding of the university and calls annually for the memorial event against the forgetting of the historical fascistic terror.

Some examples of current conflicts that also take place in the AS: An ecological change can never be achieved without the aspect of social and gender-related justice. Specifically, we want to work on the implementation of the resolution of the general assembly of Fridays For Future-students group - because the development of new, human-friendly technologies and economic models is central to the ecological turnaround.

Another focus in the AS for us is the study reform. The importance of this is obvious in regard to the current debate about Bernd Lucke's return. We worked together in the AS to ensure that there will be a scientific analysis of the debate about freedom of science and the use of science by right-wing forces. In order to enable critical discussions, the entire course of study must be democratized: away from exams, towards joint decisions of all university members on the content of research and teaching. At the same time, we stay tuned to the issue with critical questions and try to bring relevant information back to the students.

Other important issues that we want to deal with in the AS are e.g. the continuation of the Zentrum GenderWissen (“Center for Gender Knowledge”) against the attacks of AfD & patriarchy as a whole, for the funding of the university against the austerity policy, for stronger cross-group exchange e.g. in the form of Dies Academicus and others that only arise through spontaneous movements on campus. Perhaps a labour agreement for student workers?

Our principles, the entire election program and current publications can be found on this homepage.

General information about the election at: Link

Eco-feminist, solidary, radical-democratic - CampusGrün: Vote list 3!

Wahlkampf 2019/2020

01. Dezember 2019


Unseren diesjährigen Wahlkampf führen wir unter dem Motto "Die Klimakrise an der Wurzel packen!":

Wir studieren in Zeiten existenzieller ökologischer Krisen: Nicht nur die Klimakrise, auch das Artensterben, das zuletzt durch das massive Insektensterben Aufmerksamkeit erregte, bedrohen Großteile der lebenden Umwelt und somit uns Menschen. Gleichzeitig und nicht unabhängig davon erleben wir überall in Europa einen Aufstieg rechter Parteien. Staaten und Regionen, in denen zuletzt Konzepte basisdemokratischer Partizipation und nachhaltige Naturverhältnisse praktisch umgesetzt wurden, so z.B. in Bolivien das „Buen Vivir“ oder die ökofeministische Revolution in Rojava, werden von Rechts angegriffen. Das alles stimmt nicht gerade hoffnungsvoll, aber wir sollten deswegen nicht unsere Möglichkeit aus dem Auge verlieren. Die vielen Protestbewegungen wie zuletzt im Irak, in Ecuador, im Libanon, in Hong Kong und in Chile stehen für neue, demokratische, soziale und ökologische Utopien.

„Wir werden nicht zur Normalität zurückkehren, weil Normalität das Problem ist“, heißt es so auf einem projizierten Schriftzug diesen Oktober während der Proteste in Santiago de Chile. Greta Thunberg hatte schon einige Monate zuvor gesagt: „Warum sollte ich für Zukunft pauken, die es bald vielleicht nicht mehr gibt?“ Das führt uns zurück an die Uni Hamburg. Die Uni hat einerseits eine zentrale Funktion in der Aufrechterhaltung der aktuellen Verhältnisse, hier werden wir in Eigenverantwortung und scheinbarer Freiwilligkeit unter prekären Bedingungen zu „verwertbarem Humankapital“ ausgebildet. Die Forschung fokussiert wesentlich auf technologische Innovation, was vor allem der Ideologie Rechnung trägt, es gäbe eine rein technische Lösung für die Krisen unserer Zeit. Das trägt zur Verschleierung der Tatsache bei, dass tiefgreifende strukturelle Veränderungen nötig sind, die diese Krisen an der Wurzel packen. Andererseits ist die Uni auch Ort des argumentativen Streits, kritischer Wissenschaft und vor allem Ort des Wissens, das in unseren Bibliotheken lagert. Warum machen wir die Uni Hamburg dann also nicht zum Ort des Austausches über Utopien, zur kritischen Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit und zur radikaldemokratischen Selbstorganisierung?

Der „Austausch über Utopien“ ist, ganz anders als von den Vertreter*innen „utopiefreier“, „unideologischer“ Wissenschaft behaupt, Voraussetzung und nicht Ende von wissenschaftlicher Debatte. Nur durch den positiven Gegenentwurf zur Realität wird eine kritische Beschreibung des Vorfindbaren möglich. Wenn „Utopie“ und Realität zusammenfallen, z.B. weil man sich sehr gut in den herrschenden Verhältnissen eingerichtet hat, entsteht keine kritisch-hinterfragende Wissenschaft (-> S. 3), sondern nur Ideologie, die den Status quo aufrecht erhalten soll.

CampusGrüne Utopie besteht in der Idee, dass die Gesellschaft sich selbst, also demokratisch, organisiert, und das Zusammenleben zwischen Menschen und mit unserer Umwelt rational und solidarisch zu gestalten. Demokratisch meint damit die gemeinsame, hierarchiefreie Verfügung über alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, was insbesondere auch Arbeit, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung meint. Ein rationaler, solidarischer Umgang mit unserer ökologischen Umwelt bedeutet dabei weder die Natur als ausbeutbare Ressource zu begreifen (-> S. 7), noch die ökokonservative Naturverklärung, die die Natur als etwas, möglicherweise sogar von Gott geschaffenes, „Heiliges“ begreift, wovon der Mensch und seine Schlechtigkeit sich fernzuhalten hätten. Beides verkennt, dass der Mensch selbst Teil der Natur ist und genau wie andere Lebensformen Bedürfnisse hat, die nur durch oder mit anderen Lebensformen realisiert werden können. Die Unterschiedlichen Bedürfnisse müssen miteinander abgewogen werden, wobei dem Menschen dabei besondere Verantwortung zukommt, weil andere Lebensformen ihre Bedürfnisse nicht im demokratischen Austausch artikulieren können.

Als CampusGrüne führen uns diese Kämpfe in die teilweise repräsentativ-demokratischen Gremien dieser Universität, also in das Studierendenparlament (StuPa) und in den Akademischen Senat (AS) (-> S. 12). Es handelt sich aber um eine weitverbreitete Illusion, dass in den Parlamenten und Senaten dieser Uni und der Welt Fortschritt passiert. Stattdessen reagieren sie vor allem auf die Hegemonie-Veränderungen, also die Stimmung und Proteste wie zuletzt gegen Luckes Rückkehr. Deshalb sehen wir unsere Arbeit in den Gremien als Unterstützung für progressive studentische Bewegung auf dem Campus und sind vor allem selbst in verschiedenen Projekte von Unten in Klima-, Antifa-, Feminismus- und Kritischer Wissenschafs-Auseinandersetzungen aktiv. Hiervon stellen wir einige auf den nächsten Seiten vor.

Ökofeministisch, Solidarisch, Radikaldemokratisch - let’s reclaim our future!

(Leitartikel unserer diesjährigen Wahlzeitung)
Die weiteren Wahlkampfmaterialen findet ihr hier:

Wahlkampfflyer
Wahlkampfplakat als PDF
Große Listendarstellung
Kleine Listendarstellung

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